Die langjährige Tradition des Turniers in der Altjahreswoche ist unbestritten. Über den sportlichen Wert und die Meisterschaftsunterbrechung scheiden sich die Geister.
Mit der hehren Idee „die Jugend der durch den ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen in sportlichen Kontakten wieder zusammenzuführen“, gelangte das Turnier 1923 erstmals zur Austragung. Mit wenigen Ausnahmen wurde dieses Eishockeyturnier seither zum fixen Bestandteil über die Festtage. So mancher Knirps dürfte mit den Fernsehübertragungen aus Davos überhaupt erst auf den Eishockeysport aufmerksam geworden sein. Die sportlichen und zeitlichen Entwicklungen seit der Erstaustragung – übrigens mit dem Siegerteam Oxford University – sind selbstredend auch am Spengler Cup nicht spurlos vorbeigegangen. Der Anlass ist hochgradig kommerzialisiert. Der Franken rollt, er muss rollen. In Davos oben weiss man sich passend in Szene zu setzen, die Infrastruktur ist ausgezeichnet, das verschneite Bergpanorama und die zeitlos schöne Eishalle runden das Paket ab.
Eigentlich alles perfekt. Nur ruht zur gleichen Zeit die nationale Meisterschaft. Ausgerechnet über die Festtage, wo die Clubs mit vollen Stadien und tollen Gastronomieumsätzen rechnen könnten. Verständlich, dass nicht alle NL-Teams dem munteren Spengler-Cup-Treiben freudig zuschauen mögen und mitunter eine übermässige Bevorteilung des HCD monieren. Die aktuelle, vertraglich geregelte Lösung beinhaltet im Wesentlichen: Unterbruch des Meisterschaftsbetriebs in der fraglichen Zeit, Entschädigungszahlungen vom HCD an die übrigen NL-Teams sowie die Teilnahme einer zweiten Mannschaft aus der National League. Eine klassische Kompromisslösung.
Sie sind nicht repräsentativ, bisweilen jedoch recht unterhaltsam. Die Kommentarspalten in Online-Medien. Journalistische Erzeugnisse zum Thema Spengler Cup rufen darin konstant die gleichen Kritikpunkte auf den Plan. So wird vielfach die sportliche Wertigkeit des Anlasses in Frage gestellt („Grümpelturnier“) sowie man darin eine generelle Übervorteilung des HCD sieht.
Wie so vieles, hängt das Weiterbestehen dieses Turniers letztlich vom Geld ab. Solange die Spiele ausverkauft sind, die Partyzelte gefüllt und die Sponsoren mitspielen werden, solange wird der HCD die übrigen Klubs angemessen entschädigen können. Und damit dürften sich die meisten Clubs vorerst zufrieden zeigen. Zumal man ja selber mit einer Turniereinladung rechnen kann, was wiederum beste Werbung in eigener Sache bedeuten kann.
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